

Krankheiten entstehen nicht im Gelenk oder im Muskel, die Ursachen sind vielfältig.
Ich habe viele Möglichkeiten der Diagnostik gelernt: die der Nervenkompression, der Nervenmobilisation, der Muskelprobleme, der Gelenkprobleme, und das Diagnostizieren von Bandscheibenproblemen.
In der Osteopathie stellt sich immer zuerst die Frage, warum die Gewebe, Muskeln, Nerven, Knochen, Knorpel oder das Bindegewebe, nicht in Ordnung sind.
Die Ursache zu suchen, ist eine der ersten Regel der Osteopathie. Erst dann können wir uns voll und ganz auf die Problemzonen stürzen.
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass, wenn ich die Ursache behandle, sich die Gelenkstellungen wieder normalisieren, die Wirbelsäule wieder eine physiologische Funktion einnimmt oder die Muskelverhärtung sich entspannt, ohne diese direkt zu behandeln.
Wenn man erst mal gelernt hat, wie Still zu denken und das „HANDWERKSZEUG“ hat, um diese Gedanken umzusetzen, sucht man nicht mehr nach der Krankheit, sondern nach Heilung.
Dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu heilen, ist das oberste Ziel der Osteopathie.
Findet man die Ursache, ist die Behandlung relativ einfach. In die richtige
Richtung zu denken und dies umzusetzen ist nicht immer einfach, aber wenn man die Prinzipien verstanden hat, die Hintergründe gelernt hat, und seine Hände so geschult hat, dass sie „sehen, hören und denken“ können, dann erst wissen wir, was wir mit Osteopathie bewirken; die Selbstheilung des Körpers in Gang zu bringen.
Erst wenn die Hände vorgeben, was als nächstes zu tun ist und nicht der Kopf, und wir uns immer weiter entfernen von stupide auswendig gelernten Theorien, können wir besser, schneller und effizienter behandeln, ohne an vorgegebene Techniken zu denken.
Bis dahin wird viel Zeit des Lernens und der Arbeit vergehen, aber der Weg ist schließlich das Ziel.
Jan-Philipp Risop
„Es ist meine Absicht, die Grundgesetze des lebenden Körpers, so wie ich sie verstanden habe, weiterzugeben. Ich vermittle keine Regeln. Ich zeige meinen Studenten nicht, wie man einen bestimmten Knochen, einen Muskel oder einen Nerv bei bestimmten Krankheiten behandelt. Ich vermittle meinen Studenten das Wissen über Funktion und Dysfunktion und möchte damit bei ihnen das spezifische Verständnis für die verschiedenen Erkrankungen, ihre Entstehung, ihre Auswirkungen und den Umgang mit der Krankheit wecken.“
Dr. Andrew Taylor Still, Kirksville, September 1899
1874 gibt Andrew Taylor Still seiner neuen „Medizin“, die nicht Symptome sondern Ursachen bekämpft einen Namen: OSTEOPATHIE.
Eine Heilkunst die dem Körper hilft, sich selbst zu heilen. Dabei wird der Mensch als gesamtes Lebewesen mit seinen drei Komponenten Körper, Geist und Seele beurteilt und behandelt.
1892 wird die erste Schule für Osteopathie in Kirksville, Missouri gegründet.
1900 studiert William Garner Sutherland Oesteopathie in Kirksville
1917 gründet der Still-Schüler John Martin Littlejohn in die London die British School of Osteopathy
1936 wird der primäre Respirationsmechanismus von W.G. Sutherland erläutert. Eine vom zentralen Nervensystem ausgehende zyklische und unwillkürlichen Bewegung. Sutherland erweitert somit Stills Methode um die craniosacrale Osteopathie, bei der subtilste Bewegung des Schädels untersucht und behandelt werden.
In den 70er Jahren wird in Frankreich die viszerale Osteopathie weiterentwickelt.
Seit 1980 wir auch in Deutschland zunehmend Osteopathie praktiziert und unterrichtet.
1. Ausbildungsjahr
• Philosophie, Geschichte u. Prinzipien der Osteopathie
• Becken: Anatomie, Ilium, Sakrum, Techniken und Behandlungen
• Untere Extr.: Einführung, Phylogenese, Hüfte, Knie, Unterschenkel, Fuß, Sprunggelenke
• WS: Funktion der WS, Anatomie, Palapation, Biomechanik, Diagnose
• Reflex und Reflextherapie
• Neurologie
• Cranial: Einführung s.o.und Betrachtung der Suturen
• Viszeral: Anatomie, Palpation und klinische Untersuchung,
Abdomen u. Thorax
• General Osteopathic Treatment: Einführung, Techniken, Rückenlage
2.Ausbildungsjahr
• LWS: Dysfunktion, Diagnostik, Techniken, Bandscheibenprobleme
• BWS: Anatomie, Biomechanik, Bewegungstests, Behandlungstechniken
• Obere Extr.:Schultergürtel, Hand, Ellenbogen, Gelenohumeralgelenk,
• Cranial: craniale Mechanik, Dura mater spinalis u.encephali, Diaphragmen
• Neurologie
• Viszeral: Physiologie, Grundlagen nach Baral, Finet / Williame u. Kuchera
3.Ausbildungsjahr
• BWS: C.T.Ü. Diagnose, Behandlung, Synthese
• Rippen: Anatomie, Biom. Dysfunkt., MET Thorax ,I. Rippe,
Behandlung, Techniken
• Neurologie
• Klinische Studien
• Differnezierte Diagnose
• Cranial: Schädelgruben, Sinus venosi, SSB, Occiput, Frontal, Sphenoid
• Faszien
• Viszeral: Leber, Gallenblase, Magen, Ösophagus,Thorax, Lunge
4.Ausbildungsjahr
• HWS: Anatomie, Ausschlussdiagnostik, Untersuchungs- und
Behandlungstechinken
• Neurologie
• Klinische Studien: Praktisch und theoretisch
• Pathophysiologie
• Differenzialdiagnostik
• Cranial: Liquor, Ethmoid, Maxilla, Vomer, Palatinum,Zygoma,
Lacrimale, Nasale
• Psychologie
• Viszeral: Thorax, Pankreas, Milz, Duodenum
5.Ausbildungsjahr
• Bewegungsapparat: Integration
• Neurologie: Leitungsbahnen
• Klinische Studien: Praktisch
• Viszeral: Jejenum, Ileum, Kolon, Niere
• Gynäkologie: Ovar Harnblase, Uterus, Adnexen
• Cranial: Temporale, Auge, HNO
• Pathophysiologie
• Differenzialdiagnostik
Teilgebiete der Osteopathie
Die Osteopathie lässt sich zwar in die folgenden Teilgebiete einteilen, doch die Zusammenbetrachtung dieser Bereiche im ganzheitlichen Sinne muss immer gewährleistet sein. Denn untersucht und behandelt werden immer alle Teilaspekte als Gesamtheit.
1. Parietale Osteopathie
Die parietale Osteopathie beschäftigt sich mit der Untersuchung und Behandlung des Bewegungsapparates. Hierzu gehören Knochen, Bänder, Gelenke, Muskeln und Faszien. Sie können entweder durch den weiterlaufenden Einfluss von anderen Strukturen oder direkt durch eine Verletzung geschädigt werden.
Diese so genannten Dysfunktionen sorgen für vermehrte Spannung. Nicht nur am Ort des Geschehens, sondern auch weiterlaufend. Die Spannungen verursachten für Andrew Taylor Still auch Probleme in der arteriellen Versorgung und der venösen Entsorgung aller zugehörigen Gebiete.
Die Osteopathie behandelt diese Dysfunktionen und sorgt dafür, dass durch ein Gleichgewicht innerhalb der Gelenke und der Muskulatur der gesamte Bewegungsapparat wieder gut funktionieren kann.
2. Viszerale Osteopathie
Die viszerale Osteopathie beschäftigt sich mit den inneren Organen, den Blutgefäßen, Lymphbahnen und dem dazugehörigen Bindegewebe. Die inneren Organe bewegen sich unwillkürlich bei jeder Rumpfbewegung und mit jedem Atemzug.
Funktionsstörungen entstehen durch altersbedingte Organsenkung , Operations-narben und Entzündungen, aber auch durch falsche Ernährung. Diese Störungen zeigen sich in Bewegungseinschränkungen, die der Osteopath erkennen und behandeln kann.
Die inneren Organe hängen nicht frei in der Bauchhöhle, sondern gehen über Anheftungs- und Berührungspunkte Verbindungen ein mit anderen Organen oder dem Skelettsystem. Die Anhängepunkte des Darmes befinden sich zum Beispiel an der Lendenwirbelsäule und die Aufhängung der Gebärmutter an Kreuzbein und Beckenschaufel.
3. Cranio-Sacrale Osteopathie
Das Zentrale Nervensystem wird vom Schädel, der Wirbelsäule und vom Becken mit seinen membranösen Häuten umgeben. Diese Teile bilden eine Einheit und werden als das kranio-sakrale System zusammengefasst. Auch alle anderen Teile des Körpers stehen direkt oder indirekt mit diesem System in Verbindung und werden von ihm beeinflusst.
Dem cranio-sacralen System liegt eine Dynamik bzw. eine Bewegung zugrunde, die der Osteopath für die Untersuchung und Behandlung nutzt. Die Bewegungen des Schädels sind nachgewiesen worden. Ein Erklärungsmodell dafür ist der Primäre Respirationsmechansmus (zyklische Neubildung, Austausch und Bewegung von Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit).
Jede Verletzung und jeder Unfall kann dieses System irritieren und somit aus dem Gleichgewicht bringen. Dadurch kann der Organismus in seiner Gesamtheit gestört werden, da das kranielle System mit allem in Verbindung steht, und darüber hinaus alles kontrolliert und steuert.
Andererseits kann der Osteopath über die Behandlung dieses Systems großen Einfluss auf den gesamten Körper und seine Steuerungsmechanismen ausüben, um so die Selbstheilungskräfte des Menschen zu unterstützen.
“Find it, fix it, leave it alone.”
Andrew Taylor Still
“Notwendig ist eine wissenschaftliche Kenntnis über Anatomie und Physiologie in den Händen einer intelligenten und geschulten Person. Jemand der dieses Wissen zum Wohle des Patienten anwendet, der krank oder verletzt ist durch Zerrungen, Schock, Stürze oder mechanische Störungen oder andere Verletzungen des Körpers.”
“Osteopathie spricht Menschen mit klarem und sachlichem Verstand an: Menschen, die der Anatomie und Physiologie niemals müde werden auf der Suche nach Krankheitsursachen. Ein Osteopath beantwortet sich seine Fragen, indem er bereit ist zu lernen und zu forschen. Er beweist das Gesagte durch seine
(Be-)Handlungen.”
“Ein erfolgreicher Osteopath sollte ein Mensch mit individuellem Charakter sein, mit einem klarem Blick für mechanische Zusammenhänge der körperlichen Bewegungsabläufe, um jeden Teil des Körpers zu seiner ursprünglichen Normalität zu verhelfen.”
Übersetzung nach Zitaten Dr. Stills
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Top-Physio
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